Donau Obernzell (km 2320) bis Schlögen (km 2249)

  • Datum: 2. Juni 2021
  • Distanz: 24,7km
  • Schleusen: 1
  • Motorstunden: 2:12
  • Fahrtzeit: 2:31
  • Geschwindigkeit Ø: 10,9 km/h

Sch…..

…aus dir an, was ich gefunden habe! An unserem zweiten Morgen in Obernzell wollte ich schonmal die Gastlandflagge für Österreich setzen, denn da die Donau hier bereits die Grenze bildet, darf man das ruhig schon machen. Aufgrund des gelegten Mastes habe ich also kurzerhand die Flagge ans Fahrrad gebänselt, was zwar geklappt hat aber wirklich bescheiden aussah. Ein paar neue Versuche hier und da und schnell war klar, dass es keine wirklich gute Position gibt, denn die Gastlandflagge soll gut sichtbar hängen. Klar kann man sie irgendwo hin wurstbändelknoten aber respektvoller Umgang sieht anders aus. Nach kurzem durchgehen des Bordbestandes und leichtem verzweifeln – wie kann man Gastlandflaggen kaufen und nicht an deren Befestigung denken? – bin ich dann zu Fuß losgezogen um im anliegenden Wald einen passenden Ast zu schnitzen. Kurz vor Ortsände ist mir dann im Augenwinkel der Schriftzug „Marine-Shop“ aufgefallen.

Da ich den Laden jedoch nicht finden konnte, bin ich einfach in eine alte und baufällige Scheune spaziert, um den darin arbeitenden Herr nach dem Weg zu fragen. Eine Antwort habe ich zwar nicht bekommen, aber einen Fingerzeig weiter in die Tiefen der zugestellten Maschinenhalle. Tatsächlich konnte ich inmitten der umherstehenden Geräte einen Verkäufer finden, welcher nach meiner Frage gekonnt in ein überfülltes Regal griff und das benötigte Teil wie aus dem nichts hervorzauberte. Einige wenige Euros wechselten den Besitzer und ratz-fatz wehte die rot-weiß-rote Flagge im Wind. Irgendwie läuft es doch immer, warum bereitet man eigentlich immer alles so akribisch vor?

Sch…..

ade, heute ist der letzte Tag auf der deutschen Donau, was führ eine Fahrt… Ich erinnere an den schönsten Liegeplatz in Dietfurt am Main-Donau-Kanal, ich erinnere an die Tortour in der fast 25m hohen Schleuse, ich erinnere an viele nette Menschen, hilfsbereite Hafenmeister, traumhafte versteckte Plätze und an das Gefühl von Freiheit. Lange ist es noch nicht her, als ich aus dem Dachfenster schaute und rief: „Wir sind los, wir sind wirklich los!“. Das waren die ersten Momente und nun erleben wir die letzten in Deutschland. Nur noch eine Schleuse: Jochenstein, nur noch wenige Kilometer und nur noch eine Sehenswürdigkeit. Wir legen im Oberwasser der Schleuse an, die auch als Kraftwerk fungiert und laufen die wenigen Meter bis zum Eingang.

Das Haus am Strom ist eine schöne Ausstellung zur Geschichte der Donau gepaart mit naturwissenschaftlichen Hintergründen und netten Nebenfakten. Hast du zum Beispiel gewusst, dass die größte Störart – der Hausen – bis zum Bau der Schleusen auch bei uns heimisch war und bis zu sechs Meter lang wurde? Unglaublich!

Sch…..

3!$€! Absolute sch3!$€! Wir haben wohl die Sportboot-Schleusung verpasst…

Wer das Donau-Logbuch bisher mitverfolgt hat weiß, dass das eigentlich kein Problem ist und mir Wartezeiten wenig ausmachen. Das stimmt und das war auch nicht das Problem, aber beginnen wir von Vorne:

Nach der wirklich empfehlenswerten Ausstellung im “Haus am Strom“ bin ich also zurück zum Boot gelaufen, aufs Deck geklettert und ins Cockpit gestiegen.

Schreck, wir wurden ausgeraubt! Alle Matratzen sind verrutscht, Jacken und Gewürze fliegen am Boden rum, alles liegt kreuz und quer. Nein moment, ausgeraubt wurden wir sicherlich nicht. Ein Blick nach draußen und ich muss feststellen, dass auch die Scheuerleiste einiges an Schaden abbekommen hat, des Weiteren sind Tassen in den Schränken zerbrochen. Gleich checke ich die Aufzeichnungen von AIS und Marine Traffic, nichts. Na gut, hilft ja nichts.

Beim Schleusenwärter erfahre ich bei der Anmeldung, dass er gerade 4 Motorboote geschleust hat und ich mich etwas gedulden müsste. Damit ist es klar, da hat wohl jemand ordentlich Wellenschlag produziert. Der Schaden hält sich zum Glück in Grenzen und ist relativ einfach zu reparieren aber trotzdem ärgere ich mich über das rücksichtslose Verhalten. In Zukunft werde ich nich besser abfändern, fast schon lächerlich bei den vielen Ballons, die ich sowieso schon draußen habe.

Auf Facebook finden sich an diesem Tag folgende Zeilen:

„Leider mussten wir zurück am Boot einige Schäden durch Wellenschlag von vorbeifahrenden Booten feststellen. Es muss etwas repariert werden aber ist alles gerade noch „halb so wild“. Trotzdem verbleibt die teilweise sehr rücksichtslose Fahrweise von Booten Teil der Erinnerung unserer Donaufahrt und leider nicht als Einzelfall.
Passt doch aufeinander auf und achtet aufeinander, besonders auf dem Wasser.
Nichtsdestotrotz hatten wir einen super Tag und reuen keiner Minute. Abenteuer bringen nun mal Gefahren mit sich und von all den Momenten die uns den Atem raubten taten es die meisten aus durchaus schönen Gründen.“

Sch…..

ön ist es hier, richtig schön. Schon immer war ich ein großer Österreich-Fan, die Landschaft, die Leute, die Gelassenheit, einfach toll. Während meiner Zeit als Außendienst-Techniker war ich unzählige male in diesem Land und doch ist es etwas besonderes. Es ist wieder ein erstes Mal, die erste Einreise auf dem Wasser.

Die Donau schlängelt sich durch Berge und Wälder, Burgen und Kirchen zieren das Ufer und es dauert nicht lange, bis ich meinen ersten österreichischen Hafen erreiche. Dieser ist eine wahre Donaufahrer-Institution und von keinem anderen Hafen wurde mir auf meiner bisherigen Reise mehr berichtet. Die Erwartungen sind also hoch und wie sich zeigen wird, werde ich nicht enttäuscht werden.

Sch…..

lögen!

Fortsetzung folgt…

Marcel Friedmann

– Der Wasserwanderer –

Wenn das was du machst keinen Spaß macht,

dann machst du es falsch.

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