Donau Vilshofen (km 2249) bis Obernzell (km 2211)

  • Datum: 31. Mai 2021
  • Distanz: 38 km (+30 mit dem Klapprad)
  • Schleusen: 1
  • Motorstunden: 3:59
  • Fahrtzeit: 4:54
  • Geschwindigkeit Ø: 9,5 km/h

Einst lebte ein Jüngling mit goldenem Schopfe, der beschloss die Donau zu befahren. Er war schon einige Monde unterwegs auf der Suche nach neuen Ländereien, unbekannten Speisen und fremden Kulturen. Man nannte ihn Lord Wasserwanderer von Mittelfranken.

Schnell stellte er fest, dass er überall im ganzen Land willkommen zu seien schien, selbst so haarig und ungewaschen wie er war. Kein Dorf und keine Stadt musste er umgarnen, willig stimmten sie alle seinem Gesuch zu bei ihnen zu nächtigen. Er war so daran gewöhnt, dass er erhobenen Hauptes und mit Selbstbewusstsein übersprudelnd von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf fuhr. So kam es, dass er auch am neunten Tag seiner Reise voller Übermut die Tore einer neuen Ansiedlung passierte, doch diesmal war alles anders…

Keine Pauken, keine Trompeten und keine Gaukler begrüßten ihn, alle Türen in dem beschaulichen Städtchen waren verschlossen, alle Stege hochgeklappt und selbst auf liebevolle Anfragen entgegnete man ihm nur mit Argwohn und Verachtung.

Traurig zog er von dannen Richtung Osten, doch in seinem Herzen hatte sich ein Funken entzündet und begann zu glimmen und zu lodern. Er hatte, obwohl er nur Bruchstücke gesehen hatte, die Schönheit dieser Stadt erkannt. Er wusste nun, dass sie nicht leicht zu haben war und beschloss um sie zu werben. Es handelte sich hierbei wohl nicht um irgendeine Schönheit, nein! Das musste sie sein, die Prinzessin der deutschen Donaustädte.

Der Jüngling zog weiter bis er in einem beschaulichen Städtchen namens Obernzell aufgenommen wurde, wo man ihm eine gründliche Waschung gewährte. Viele Stunden wappnete er sich für die bevorstehende Reise, stärkte sich mit selbstgemachten vegetarischen Wraps und rastete die ganze Nacht zur Kräftigung. Schließlich zog er los, auf seinem edlen Ross, um seine Herzensstadt zu erobern.

15 Kilometer war er geritten, er war durstig und ausgezehrt, aber alle Mühen hatten sich gelohnt. Selbst in seinen kühnsten Träumen hätte er sich nicht ausmalen können, was er dort fand, reich gedeckte Tafeln, prunkvolle Baukunst und Märkte, die keine Wünsche offen ließen. Passau, du holde Maid, so unvergesslich war der Besuch, wenn der Weg auch spärlich und schwer – er war die Reise wert.

Und noch bevor die Sonne den Horizont küsste machte sich der Jüngling auf den Rückweg zu seiner Kutsche. Stromabwärts dem Donauufer folgend, mit einem Pest-Test des örtlichen Medicus in der Tasche. Bereit um am nächsten Tage weiterzureisen – in das Königreich Österreich.

Und wenn er nicht gestorben ist, dann wandert er noch heute.

The End

Marcel Friedmann

– Der Wasserwanderer –

Wenn das was du machst keinen Spaß macht,

dann machst du es falsch.

Spendier ein Bier

Ich liebe was ich tue aber selbst mit Spaß ist dieser Blog eine Menge Arbeit. Die Abende sind lang und die Kehle ist trocken. Halte den Blog mit einer kleinen Spende am Laufen.

Verpasse nichts

Du möchtest wissen, wie die Reise weiter geht? Trag dich ein und erfahre als erster wenn es etwas neues gibt.

Beute Shop

Ich habe einen kleinen Shop mit von der Reise inspirierten Motiven eingerichtet. Wie wäre es mit einer neuen Tasse, einem neuen T-Shirt oder einem neuen Beutel?

Eine Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.