Donau Kapfelberg (km 2404) bis Regensburg (km 2377)

  • Datum: 27. Mai 2021
  • Distanz: 27,7km
  • Schleusen: 2
  • Motorstunden: 2:21
  • Fahrtzeit: 2:57
  • Geschwindigkeit Ø: 9,2 km/h

Und es war wirklich schön bei euch am Kapfelberg, ein netter Hafenmeister, ein ruhiger Liegeplatz, ein tolles Örtchen füßläufig erreichbar und in dem Hafen selbst kann man sich nur wohlfühlen. Eigentlich bevorzugen wir Ankerplätze oder Anlieger abseits der Zivilisation, denn dort gibt es zwar meist weder Bäcker noch Imbiss und es ist auch weit und breit kein netter Segnachbar zu finden, dafür ist es nicht nur kostenlos, sondern meist ruhiger, naturnaher und irgendwie auch abenteuerlicher und elementarer.

Naja elementar ist etwas weit hergeholt, sind wir doch mit Kühlschrank, elektrischem Kochfeld und Schränken voller Leckereien unterwegs. Trotzdem ist es was anderes, sich diese Speißen in einer verlassenen Bucht mit der Kraft der Sonne und umgeben von Schwimmvögeln und Wasserratten zuzubereiten, herrlich.

Für heute Abend haben wir allerdings wieder einen bezahlten Platz geplant, da es die einzige Möglichkeit ist Regensburg zu besuchen. So brechen wir auf und während Kapfelberg achteraus verschwindet, ahnen wir noch nicht, dass uns trotz Stadtnähe ein ganz besondere abendliche Überraschung erwartet.

Doch auch im hier und jetzt konnten wir uns an der schönen Natur die uns umgibt erfreuen.

Ich liebe es, wenn Felsen aus dem Wald rausspitzen. Das gepaart mit dem vom Wind gekräuselten Wasser der Donau, ein Traum. Ich könnte mir das den ganzen Tag anschauen.

Neuer Pullover im Wasserwanderer-Stil?

Den ersten besonderen Tierbesuch und damit die erste Überraschung des heutigen Tages hatten wir in der ersten der zwei geplanten Schleusen. Kurz vorher gab es auch wieder ein „erstes mal“, als das Tor sich öffnete und die Kammer durch sogenannte „Spundwände“ abgegrenzt war, welche so große spalten hatte, dass die Fender und sogar die Kugelfender darin verschwanden. Ein Brett, welches man in so einem Fall vom Schutz des Bootes ausbringen kann hatten wir nicht an Bord und so machte die Scheuerleiste ihrem Namen alle Ehre – aber dafür ist sie ja da.

Und dann passiert es, ein Reiher fliegt auf halben Weg zu uns und landet auf dem Drempel, wo er fröhlich hin und her wandert.

Diese Begegnungen sind für mich immer ein Highlight, egal ob es eine Entenpärchen ist, eine Schwanenfamilie oder ein Maikäfer, der seinem auf dem Rücken gefallenen Kumpel aufhilft. Wer sich Zeit nimmt Tiere zu beobachten kann nicht anders als sie zu bewundern.

Überraschend ist auch, wie schnell die Zeit verfliegt wenn man knapp über Schrittgeschwindigkeit mit dem Boot durch die Welt gleitet. Es gibt einfach so viel zu sehen, eine ausgespülte Wurzel, einen knorrigen Baum, Steine, Pflanzen, Strudel, Wald, Felsen, Himmel und alles dazwischen. Dinge, die ich beim Autofahren gar nicht wahrnehme schaffen hier ganz besondere Momente.

Wir fahren durch die Schleuse Regensburg und in die Stadt hinein. Obwohl, nach Stadt sieht es noch nicht so richtig aus… Ich kenne Doch die ikonische Nibelungenbrücke, die Treppen und Stege inmitten der Stadt und die Insel mit dem schönen Biergarten von meinen Landbesuchen. Das hier sieht alles ganz anders aus als erwartet. Schön aber anders.

Kurze Zeit später ist auch der kleine Hafen der Steggemeinschaft Regensburg in Sicht und wir beenden die Tagesetappe mit einem gekonnten Anleger rückwärts an den Fingersteg – langsam habe ich es raus!

Die Leinen sind fest, die Hafengebühren sind bezahlt und die Suche nach der Innenstadt schafft Gewissheit – Ich bin nicht daran vorbei gefahren, diese liegt jedoch in einem Seitenarm, der nur zu Berg zu erreichen ist. Ich sollte mir die Routen und Ziele wohl in Zukunft genauer anschauen. Macht aber nichts, so gibt es eben noch eine kleine Radtour entlang am schönen Donauufer.

Zurück am Hafengebäude, das mich immer wieder an die Villa Kunterbunt erinnert, lassen wir den Abend gemütlich ausklingen. Ein leckeres Essen, eine Flasche Bier und der Blick über das Hafenbecken, während sich die Sonne dem Horizont annähert.

Und dann mit den letzten Sonnenstrahlen passiert es, ein Bieber taucht direkt vor uns auf, schnappt sich ein gewaltiges Stück Treibholz und paddelt damit gemütlich von dannen. Eine Kamera hatte ich leider nicht griffbereit, und selbst wenn hätte der kleine Chip wohl kaum genug Licht eingefangen. Manche Momente sind eben nicht dafür gemacht geteilt zu werden, sondern einfach zum genießen.

Marcel Friedmann

– Der Wasserwanderer –

Wenn das was du machst keinen Spaß macht,

dann machst du es falsch.

Spendier ein Bier

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