Donau Logbuch VIII – Willkommen im Strom

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Wir sind unterwegs! Mit unserer LM26 “Feschberboggs” wollen wir die Donau hinab durch alle 10 Länder bis ins Schwarze Meer fahren. In unserem Multimedia-Donau-Logbuch halten wir die ganze Reise für dich fest.

Donau Regensburg (km 2377) bis Straubing (km 2320)

  • Distanz: 57 km
  • Schleusen: 2
  • Motorstunden: 5:17
  • Fahrtzeit: 6:12
  • Geschwindigkeit Ø: 10,8 km/h

Zum dritten Mal in meinem Leben passiere ich die Walhalla bei Donaukilometer 2368,7 um genau 11:39 Uhr Mitteleuropäische Sommerzeit. Doch diesmal ist alles anders.

Die ersten zwei Male war ich an Bord der MS Renate während einer Brunch-Ausfahrt von Kehlheim nach Regensburg. Nachmittags gab es als Highlight einem Blick auf das imposante Gebäude, bevor es gegen den Strom zurück ging.

Die griechische Gestalt, die donauüberblickende Lage, der nordische Name, einfach alles an diesem Gebäude faszinierte mich. Wochen später zogen mich dann die Geschichte und der Sinn des Gebäudes noch weiter in den Bann, als ich mich genauer informierte.

Für mich war klar, dass die wenigen Momente auf eigenem Kiel, in denen die Walhalla zu sehen ist, ein paar ganz besondere werden und so ist es nun auch.

Ein paar Minuten lang blicken die Besucher des Denkmals hinab auf ein Sportboot, das quer zum Fluss steht und langsam hinab treibt. Der Oberkörper des Schiffsführer schaut aus dem Dachfenster heraus und bewegt sich kaum während der Motor des Schiffs wie ein Traktor im Standgas tuckert. Immer weiter treibt das Boot ab, bevor es den Bug wieder flussabwärts dreht und hinter der nächsten Kurve verschwindet. Angelegt hat es nicht – alles Bitten und Betteln hat nichts gebracht, der Schiffsführer bekam keine Genehmigung zum Anlegen am Besuchersteg.

Wir waren nicht Willkommen.



Was wir zu dieser Zeit noch nicht ahnen konnten ist, dass wir einige Tage später und 140 Flusskilometer weiter unten erneut nicht willkommen sein werden. In Passsau der „Drei-Flüsse-Stadt“ wird man ebenfalls keinen Platz für uns bereit halten und uns auf Nachfrage etwas deutlicher aufklären, das Sportboote allgemein NICHT willkommen sind.

Zum Glück ist diese Einstellung von Städten und Gemeinden gegenüber Wasserwanderern aber eine absolute Ausnahme. Bis dahin und auch seitdem haben wir überall nur Gutes erlebt, wurden immer nett aufgenommen und haben stets Hilfe und Freundschaft erfahren. So wie auch bei unserem heutigen Halt 46 Kilometer, zwei Schleusen und eine Brotzeit später.

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Wie in Regensburg muss man auch in Straubing den Altarm gegen die Strömung anfahren und diese ist ordentlich. Gerade noch gut unterwegs gewesen kommt man nach der Kurve kaum noch von der Stelle. Minuten vergehen, bis wir die erste Tonne auf unserer Steuerbordseite liegen lassen und erst 40 Minuten später haben wir die zwei Kilometer bis zu unserem Tagesziel geschafft.



Wir sind in Straubing.

Straubing hat nicht nur einen Steg für Sportboote angelegt, dieser ist auch noch sehr schön zentral gelegen, super stabil und vor allem kostenlos.

Bei der Planung war Straubing ein untergeordneter Stop zwischen Regensburg und Passau aber dieser Anleger und dessen gute Lage haben unseren Stadtausflug am Nachmittag so angenehm gemacht und was wir gefunden haben hat uns so sehr gefallen, dass wir uns schnell dazu entschlossen haben eine weitere Nacht zu bleiben.



Und so erholen wir uns von der doch langen Etappe, erkunden die wunderschöne Stadt, genießen die Gastfreundschaft und das pulsierende Leben am Donauufer. Ein Eis, eine Radtour, etwas selbst gekochtes und Ruhe.

Schön wenn man angekommen ist.

Schön wenn man willkommen ist.



Wenn dir dieser Beitrag gefallen hat, würde ich mich freuen, wenn du mir ein Bier ausgibst. Vielen Dank

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