Donau Logbuch III – Wir stecken fest!

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Wir sind unterwegs! Mit unserer LM26 “Feschberboggs” wollen wir die Donau hinab durch alle 10 Länder bis ins Schwarze Meer fahren. In unserem Multimedia-Donau-Logbuch halten wir die ganze Reise für dich fest.

Main-Donau-Kanal Dietfurt-Riedenburg

  • Distanz: 12,9km
  • Schleusen: 0
  • Motorstunden: 1:47
  • Fahrtzeit: 1:47
  • Geschwindigkeit Ø: 7,4 km/h

Wir haben den 25. Mai 2021, 19:00 Uhr, ein verregneter Dienstag mit sporadisch auftretenden Regenschauern und Sturmböen und wir laufen nach kurzer Fahrt gemütlich in den beschaulichen Sportboothafen von Riedenburg ein. Es ist erst der dritte Tag unserer Reise und trotzdem ist alles total entspannt. Sorgen vor den Hafenmanövern hatte ich interessanterweise noch nie, das liegt wahrscheinlich auch daran, dass es noch nie wirklich schief gegangen ist.

Erst vor gut drei Wochen habe ich einen neuen Propeller montiert, der die Fahrt zwar ruhiger und effizienter gestaltet, den Radeffekt aber merklich erhöht. Das ist zwar kein Problem, da man dieses seitliche Versetzen des Bootes auch gut zu seinem Vorteil nutzen kann, bedarf aber etwas mehr an Gewöhnung und Planung der Vorgehensweise. Seitdem sind wir zirka elf Stunden zusammen gefahren und wir haben uns super aneinander gewöhnt, weshalb ich eigentlich vollstes Vertrauen in Mich und das Boot habe.

Vor gut einer Stunde hatte ich den Hafenmeister per Telefon kontaktiert und von einem letzten freien Platz am Gästeanlieger erfahren. Längstseits mit der Steuerbordseite sollen wir anlegen, quasi mit unserer Schokoladenseite. Zudem macht der Wind auch gerade Pause, also alles perfekt!

Leine an der Mittelklampe ist bereit? CHECK! Fender hängen draußen? CHECK! Also schön langsam rein in den Hafen. Zur Rechten arbeitet ein Herr des Sportklubs fleißig an seinem Boot, „Guten Tag“! Nach links um die Kurve und da ist auch schon der besagte Anlegesteg an Steuerbord. Oh, direkt vor der Sliprampe, aber der Hafenmeister hat ja bestätigt, dass der Platz für uns mehr als ausreichend ist. Also schön in Ruhe anfahren…

Noch 5m bis zum Steg…

Noch 4 m bis zum Steg…

Piep, Piep, der Tiefenmesser beschwert sich schon wieder, nerviges kleines Ding! Der Alarm ist vom Vorbesitzer übervorsichtig auf 2m unter Kiel eingestellt, weshalb er sich schon in den letzten Tagen des Öfteren zu Wort gemeldet hat. Jedes mal denke ich mir, dass ich die Alarmgrenze noch runterstellen muss und jedes mal vergesse ich es wieder… Also Alarm abschalten und weiter.

Noch 3m bis zum Steg und 1,5m unter uns…

Noch 2m bis zum Steg und 1,1m unter uns…

Immernoch 2m bis zum Steg…

Immernoch 2m bis zum Steg….

Komisch, bisschen vorsichtig angefahren und verhungert? Kleiner Gasstoß…

Immernoch 2m bis zum Steg…

Mist…

Richtig, ich wollte vor Abfahrt nochmal die Einstellung des Echolots überprüfen aber habe das wohl vor lauter CopperCoat und Essen bunkern und Propeller und Dieselpest und Trinkwasser und, und, und… vergessen. Das hätte nicht passieren dürfen aber zum Glück ist der Boden des Hafens so extrem mit Schlick und Schlamm bedeckt, dass wir uns schadenfrei in den weichen Modder manövriert haben. So ist der Fehler aufgefallen ohne das etwas kaputt ging, hätten ja auch Steine oder Felsen sein können.

Nochmal gut gegangen.

Also rückwärts wieder hinaus, während uns der fleißige Bootsarbeiter noch zuruft: „Ich dachte mir schon, dass das knapp wird.“ Vielen Dank für die zeitige Info. 😉

Nach erneutem Anruf beim über die Uniefe erstaunten Hafenmeister haben wir einen neuen Platz zugewiesen bekommen, welcher von der Tiefe sicher ausreicht. Also wieder hinein und an den ersten Fingersteg, diesmal mit der linken Seite. Erneut meldet sich jetzt das Echolot zu Wort.

Noch 1,5m… (25cm unter Kiel)

Noch 1,4m…

Noch 1,3m…

Und fertig, wir stehen in der Box, ich ziehe mich durch das Dachfenster und steige über den liegenden Mast auf die Backbordseite des Bootes, Leine in die Hand und auf den Steg.

Schnell wird mir klar, dass ich alle Zeit der Welt habe um die Leinen auszubringen. Das Boot macht weder von sich aus, noch vom aufkommenden Wind irgendwelche Bewegungen über Grund. Wir stecken wieder im Schlamm…

Später sehe ich, dass die vorbeifahrenden Frachter das Wasser im Hafenbecken extrem verwirbeln. “Wahrscheinlich verschlammt der Hafen deshalb so stark“ sage ich zu mir selbst bevor ich zu Bett gehe. – Erholsame Stunden Schlaf liegen vor mir -ohne auch nur das geringste Schwanken.

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