Donau Logbuch 0 – Der Ruf der Donau

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Es war mal wieder Winter, genauer gesagt Dezember 2019 und ich war als Trailerboot-Cruiser tierisch untersegelt. Auf meiner bisher kurzen aber intensiven Seemanns-Karriere hatte ich die heimischen Seen und auf einem Skippertraining die Ostsee unsicher gemacht aber sämtliche Bücher und Filme die ich verschlungen hatte weckten die Sehnsucht nach der Ferne. Ich musste raus, losfahren aber womit und vor allem wohin?

Als Mittelfranke wohne ich so ziemlich am ungünstigsten Ort um eine Reise auf dem Wasser zu starten, in jede Richtung muss man erstmal mindestens 6 Stunden fahren bis das salzige Nass gegen das Land schwappt. Ich weis nicht wieso aber es widerstrebt mir sehr so ein Vorhaben in der Ferne zu beginnen, irgendwie fühlt es sich für mich nicht so ganz richtig an zum Start zu fliegen oder zu fahren. Aus diesem Grund habe ich auch schon frühere Pilgerreisen in Deutschland gemacht und nicht das typische letzte Stück nach Santiago.

Die erste Entscheidung stand also sehr schnell, es geht direkt vor der Haustüre los, im Yachthafen des 1. Motoryachtclub Nürnberg.

Die Frage nach dem fahrbaren Untersatz und der Route waren etwas kniffliger aber nach einigen Besichtigungen haben wir uns für unsere LM26 entschieden, welche wir im April 2020 nach Nürnberg überführt haben. Natürlich haben wir auch dieses Abenteuer auf Video festgehalten:

Jipieeee, wir haben ein Boot! Aber wohin fahren wir nun damit? Eigentlich gibt es von Süddeutschland aus nur zwei Optionen, wenn man in den Süden möchte:

  • Richtung Westen nach Frankreich und über die Kanäle ins Mittelmeer
  • Richtung Osten die Donau hinab durch 10 Länder bis ins schwarze Meer

Die Entscheidung war dann auch relativ einfach. In Frankreich war ich schon, wenn auch nicht mit dem Boot. Wir haben es dort sehr genossen aber die osteuropäischen Länder faszinierten mich und zogen mich durch das Unbekannte, die verschiedenen Kulturen und das Untypische immer mehr in ihren Bann. Letztendlich ist es genau das, was ich mir von der Reise erhoffe.

Es steht also fest, wir fahren mit einer LM26 der Donau folgend bis ins schwarze Meer!

Den Winter 2020/2021 haben wir dann noch für Reparaturen und Umbauten genutzt, der Motor und das Saildrive wurden komplett überholt, der Herd durch einen elektrischen ersetzt, Wasserfilter eingebaut, das Unterwasserschiff mit CopperCoat beschichtet und alles andere zerlegt, gewartet und wieder zusammengebaut. Jetzt kenne ich jede Schraube und jedes Kabel an dem Boot und bin bestmöglich auf eventuelle technische Schwierigkeiten unterwegs vorbereitet. Essen ist gebunkert, die Akkus der Kameras sind geladen und die Tanks voll bis zum Anschlag.

Morgen heist es Leinen Los!

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